Liquidität der Fed: Das Konto des Schatzamts bremst, die Reverse Repos sind leer

Die Bilanz der Fed, das Konto des US-Schatzamts und die Reverse Repos bestimmen, wie viel Liquidität den Märkten zur Verfügung steht. Der Stand Ende Oktober 2026, belegt mit offiziellen Zahlen.

Ein Teil der Anleger verfolgt genau eine einfache Kennzahl für die Dollar-Liquidität: die Bilanz der US-Notenbank Federal Reserve, abzüglich des Geldes, das das US-Schatzamt auf seinem Konto bei der Fed hält, abzüglich der Beträge, die Geldmarktfonds jede Nacht bei der Fed parkieren. Eine offizielle Statistik der Fed ist das nicht, wohl aber jeder ihrer drei Bestandteile.

Drei Zahlen, eine Subtraktion

  • Die Bilanz der Fed, also die Summe ihrer Aktiven: 6’753.6 Milliarden Dollar am 21. Oktober 20261.
  • Das Konto des Schatzamts bei der Fed (Treasury General Account, TGA): 952.0 Milliarden am 21. Oktober2. Sammelt das Schatzamt dort Geld an, entzieht es dieses dem Bankensystem.
  • Die Reverse Repos: 0.2 Milliarden am 21. Oktober3. Das ist das Geld, das Geldmarktfonds der Fed über Nacht ausleihen.

Die Rechnung ergibt 5’801.4 Milliarden Dollar am 21. Oktober 2026 (6’753.6 − 952.0 − 0.2, Berechnung von CentraFIN auf Basis der drei Datenreihen).

Die Nettoliquidität der Fed, wöchentlich, von Oktober 2024 bis Oktober 2026
Bilanz der Fed, abzüglich des Kontos des Schatzamts, abzüglich der Reverse Repos, in Milliarden Dollar. Quellen: FRED (WALCL, WTREGEN, RRPONTSYD), Berechnung von CentraFIN.

Was sich innert eines Jahres verändert hat

Am 22. Oktober 2025 lag dieselbe Kennzahl bei 5’677.5 Milliarden Dollar123. Drei Entwicklungen erklären den Unterschied.

Die Bilanz der Fed wächst wieder. Sie stieg von 6’589.5 Milliarden vor einem Jahr auf 6’753.6 Milliarden1. Die Fed kauft bei Bedarf kurzlaufende Schatzwechsel, um die Bankreserven reichlich zu halten, und legt die Rückzahlungen ihrer Agency-Papiere wieder in Schatzwechseln an. Laut ihrem Protokoll vom September sind diese Käufe zur Steuerung der Reserven ausgesetzt, da die Reserven in einem als reichlich eingestuften Bereich bleiben4.

Die Reverse Repos sind leer. Anfang Oktober 2024 lagen sie noch bei über 383 Milliarden Dollar; heute sind sie nahe null3. Dieser Puffer hat lange die Schwankungen auf dem Konto des Schatzamts aufgefangen. Er ist weg: Füllt das Schatzamt sein Konto, fliesst das Geld nun direkt aus den Reserven der Banken ab.

Das Konto des Schatzamts bleibt hoch. Mit 952.0 Milliarden liegt es über dem Stand von vor einem Jahr, 908.0 Milliarden2.

Die Woche vom 14. bis 21. Oktober

Das Konto des Schatzamts wuchs innert einer Woche um 68.6 Milliarden Dollar, von 883.4 auf 952.0 Milliarden2. Die Bilanz der Fed bewegte sich dagegen kaum1. Die Nettoliquidität sank damit von 5’872.1 auf 5’801.4 Milliarden (Berechnung von CentraFIN).

Über zwei Jahre gesehen erreichte sie ihren Höchststand am 9. April 2025 mit 6’253.3 Milliarden, als das Konto des Schatzamts auf 306.0 Milliarden gesunken war2. Ihren Tiefststand erreichte sie am 3. Dezember 2025 mit 5’596.1 Milliarden.

Warum diese Kennzahl beachtet wird

Die Reserven der Banken sind der Rohstoff des Geldmarkts: Mit ihnen leihen sich Banken untereinander Geld und finanzieren andere Marktteilnehmer. Sinken sie, wird Geld für Anlagen knapper und teurer. Deshalb schaut ein Teil der Anleger in riskanten Anlageklassen, Krypto eingeschlossen, jede Woche auf diese Subtraktion.

Die nächsten Termine

Die Fed veröffentlicht ihre Bilanz jeden Donnerstag in ihrem Bericht H.4.15: Die nächsten erscheinen am 29. Oktober, 5. November und 12. November6. Der Offenmarktausschuss tagt am 27. und 28. Oktober; unser Artikel dazu, was die Fed entscheiden muss, gibt vor dem Entscheid einen Überblick.

Quellen

  1. FRED, Bilanzsumme der Federal Reserve (WALCL), in Millionen Dollar. ↩
  2. FRED, Treasury General Account bei der Fed (WTREGEN), in Millionen Dollar. ↩
  3. FRED, Reverse Repos der Fed (RRPONTSYD), in Milliarden Dollar. ↩
  4. Federal Reserve, Protokoll der FOMC-Sitzung vom 15. und 16. September 2026, veröffentlicht am 7. Oktober 2026. ↩
  5. Federal Reserve, Bericht H.4.1. ↩
  6. FRED, Publikationskalender für Wirtschaftsdaten. ↩

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